Chucks

Chucks

www.chucks-derfilm.at

Mo, 13. — Sa, 18.03.2017 | 17:30 Uhr bzw. Sa 15:00 Uhr | City-Kino

Österreich 2015, Regie und Drehbuch: Gerhard Ertl und Sabine Hiebler, Kamera: Wolfgang Thaler,  Schnitt: Roland Stöttinger  ,  Musik: Soap&Skin, Hella Comet, Monsterheart, Julian & der Fux, Propella, Chrome, Bilderbuch, Clara Luzia, APPARAT, Matthew Herbert, Darsteller: Anna Posch, Markus Subramaniam, Thomas Schubert, Stefanie Reinsperger, Susi Stach, Lola Khittl, David Süss, Karl Fischer, Gerald Votava, Barbara Gassner, Alice Schneider, Paul Matic, 93 Min., (nach dem gleichnamigen Roman von Cornelia Travnicek)

Trailer:


Inhalt:


© Stadtkino Filmverleih

Mae zieht als Punk in den Converse-Schuhen ihres verstorbenen Bruders durch die Straßen Wiens. Sie lebt von Dosenbier, besprayt Wände, versucht sich bei Poetry Slams. Ein bürgerliches Leben interessiert sie nicht, sie sucht Grenzerfahrungen. Als sie im Aids-Hilfe-Haus eine Strafe abarbeiten muss, lernt sie Paul  kennen und verliebt sich in ihn. Er gewährt ihr Unterschlupf in seiner Wohnung, die Krankheit schreitet unerbittlich voran, und Mae und Paul sehen sich mit dem Unausweichlichen konfrontiert…


Die Regisseur/innen Gerhard Ertl und Sabine Hiebler:


© Stadtkino Filmverleih

Gerhard Ertl und Sabine Hiebler arbeiten seit ihrem Studium an der Kunstuniversität Linz als Filmproduzenten, Drehbuchautoren und Filmregisseure zusammen. Gemeinsam produzierten und inszenierten sie in den 1990er Jahren preisgekrönte Avantgardefilme, die u.a. auf der Berlinale, dem New York Film Festival und vielen anderen internationalen Festivals gezeigt wurden. Daneben stellten sie Foto- und Videoarbeiten u.a. in der Neuen Galerie Graz, bei der Ars Electronica, im Kunsthistorischen Museum Wien und der Biennale de l´image in Paris aus.
2002 entstand ihr erster Spielfilm „nogo“  mit Jürgen Vogel, Jasmin Tabatabai, Meret Becker, Oliver Korittke, Mavie Hörbiger und Michael Ostrowski. Der Film feierte in Rotterdam und beim Max Ophüls Festival in Saarbrücken seine internationale Premiere, wurde weltweit auf Festivals eingeladen und bekam mehrere Auszeichnungen.
Im Jahr entstand 2013 entstand der vielfach prämierte Spielfilm „Anfang 80“ mit Christine Ostermayer und Karl Merkatz in den Hauptrollen. Sowohl der Film als auch die Darsteller wurden in Österreich und international mit Preisen bedacht.


Anmerkungen des Regie-Teams:


© Stadtkino Filmverleih

Kamera – Arbeit:

Wolfgang Thalers Kamera setzt das rebellische Aufbegehren unserer Heldin ebenso wie die poetische, schwebende Zuständlichkeit der Verliebten in unmittelbare, emotionale Bilder. Mae entwickelt sich im Laufe der Handlung von der aneckenden Antagonistin zur Protagonistin ihres Lebens. Sie wird zur jungen Erwachsenen, die ihre Sprache findet und aus den fremden Schuhen herauswächst. Parallel zu dieser Entwicklung wird auch der Rhythmus des Films zunehmend ausgeglichener.

Musik – Auswahl:

Für CHUCKS bereits vorhandene Musik zu nehmen hat sich nach und nach herauskristallisiert. Wir haben in Österreich zurzeit eine unglaublich vitale und vielfältige Musiklandschaft. Was wir von Anfang an wollten, war der starken weiblichen Hauptfigur starke Frauenstimmen zuzuordnen. Und die haben wir mit Anja Plaschg, Clara Luzia, Monsterheart und Propella auch gefunden. Weil CHUCKS in der Jugendszene spielt und viele Szenen in Clubs oder Wohngemeinschaften stattfinden, gibt es hier viel Raum und Möglichkeit für Musik. Letzten Endes konnten wir einen tollen Querschnitt des aktuellen österreichischen Musikgeschehens abbilden. Neben den genannten geht das von Bilderbuch über Julian & der Fux und Hella Comet bis hin zu Camo und Krooked.

Prozess des Drehbuchschreibens:

Diesen Prozess muss man sich sehr diskursiv vorstellen: Wir erarbeiten uns zunächst die Struktur und Szenenabfolge und definieren dabei ziemlich genau, was die einzelnen Szenen in Hinblick auf Thema, Geschichte und Figuren leisten müssen. Das ist die eigentliche Knochenarbeit, erst dann wird geschrieben.


Kritikerstimmen:


© Stadtkino Filmverleih

Es geht um Endlichkeit und darum, dass die Realität oft mehr Hölle als Himmel ist. Mae hat die Schule geschmissen und einen Bewährungshelfer, der die Graffiti-Sprayerin zu Sozialstunden in der Aidshilfe Wien zwingt. Dort lernt sie Paul kennen, HIV-positiv. Diesen schlechten Umständen setzen Posch und Subramaniam, Darsteller am Landestheater Linz, viel Zärtlichkeit entgegen. Posch legt Mae als renitenten Rotschopf mit viel Feuer an. Mit jener Sturheit, mit der sie sonst andere abblockt, rennt sie gegen Paul an. Subramaniam macht ihr die Mauer, aber gekonnt mit Sanftmut gepolstert. Eingebettet ist ihre Geschichte in Bildern, die von Verfall erzählen, aber schön sind – wie jenes von Mae, die nach einer Nacht im Freien ihr Haar auf dem dreckigen Boden ausbreitet.
(Nora Bruckmüller, OÖN, 26.9.2015)

Die innere Zerrissenheit glaubwürdig zu vermitteln erweist sich allerdings als etwas zu steile Aufgabenstellung für einen Film, der gerade in den konfrontativen Szenen etwas unbeholfen agiert, ja schematisch bleibt. Wiederholt setzen Hiebler und […] auch auf musikalische Sequenzen (vor allem auf die verführerische Melancholie von Soap & Skin), um die Gemütslage ihrer Heldin vor urbaner Kulisse zu veranschaulichen. Einnehmender sind jene Manöver, die aus Situationen heraus entstehen: wenn das Paar uns fremde Räume trotzig mit Lebenskraft füllt und zur Spielwiese macht; oder leise, private Momente wie jener, bei dem die nächtliche Kontrolle des Atems Auskunft über Ängste gibt.
(Dominik Kamalzadeh, Der Standard, 24.9.2015)


Die Autorin der Romanvorlage:


© Stadtkino Filmverleih

Cornelia TRAVNICEK:  geboren 1987, lebt in Niederösterreich. Sie studierte an der Universität Wien Sinologie und Informatik und arbeitet Teilzeit als Researcher in einem Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung. Für ihre literarischen Arbeiten wurde sie vielfach ausgezeichnet,  u. a. für ihr hier verfilmtes Romandebüt “Chucks” (Deutsche Verlags Anstalt, 2012) mit dem Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich und dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium des Deutschen Literaturfonds.
Im Jahr 2012 erhielt sie auch den Publikumspreis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur, dem Ingeborg Bachmann Literatur-Wettbewerb in Klagenfurt für einen Auszug aus ihrem in der Zwischenzeit erschienen  Roman “Junge Hunde”  (DVA, 2015).
Sie veröffentlichte bislang auch diverse Texte in Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen.


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