Grenzgänger

Grenzgänger

Mo, 16. — Fr, 20.12.2013 | 17:30 Uhr | City-Kino

A 2012, Regie: Florian Flicker, Drehbuch: Florian Flicker, frei nach „Der Weibsteufel“ von Karl Schönherr, K: Martin Gschlacht, S: Karina Ressler, M: Eva Jantschitsch, D: Andreas Lust, Andrea Wenzl, Stefan Pohl, 100 Minuten

Trailer:


Inhalt:


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„Es gab eine Zeit, da war die Ostgrenze Österreichs eine Grenze zwischen Ost und West. Bis 2004 bewachte das Österreichische Bundesheer diesen Grenzverlauf“, beginnt Grenzgänger per Insert. „Heute wächst Gras über die Geschichten von damals.“
Eine dieser Geschichten von damals, die Florian Flicker hier erzählt, entführt in den Sommer 2001 in die March-Au, wo inmitten üppiger Vegetation in stiller Einsamkeit ein Wirtshaus liegt. Für gewöhnlich machen hier vereinzelte Wanderer kurz Halt – und die Präsenzdiener, die von den umliegenden Wachtürmen aus die Grenze im Blick haben.
Ronnie (20) ist ein solcher, und er wird das Leben des Wirtshausbetreibers Hans (38) und seiner Frau Jana (33) ordentlich durcheinanderbringen. Deren Nebeneerwerb besteht darin, illegale Fluchthilfe zu leisten. Das Bundesheer hat Lunte gerochen, kann aber den beiden nichts nachweisen. Also setzt Vize-Leutnant Fuchs Ronnie auf Jana an…

Kritikerstimmen:


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„Gemächlich entspinnt sich die Dreiecksgeschichte zwischen dem Schlepperehepaar und dem Präsenzdiener aus gutem Hause, wobei Flicker vor allem zu Beginn mit einer großartig epischen Optik punktet. Hervorragend werden Landschaften und Charaktere eingeführt, die Geschichte könnte überall spielen. Man würde sich nicht wundern, wenn New Orleans gleich hinter Hainburg liegen würde.“ (Curt Cuisine, skug)

„Flicker ist eine der sympathischsten und uneitelsten Positionen des heimischen Films. Er produziert ein geradliniges und solides Kino und vertraut dabei gänzlich auf die Kraft der Erzählung und der Schauspieler. Damit setzt er sich wohltuend ab von dem, was man ansonsten mit dem österreichischen Spielfilm verbindet (Ekelattacken, erzkonservativen Kulturpessimismus, kabarettistische Leerformeln).“ (Norbert Pfaffenbichler, Der Standard)

„Wenn es in diesem Film eine Moral gibt, dann ist es die vom Fressen und Gefressenwerden. Eine Maxime, die letztlich auch in der Liebe gilt. In Grenzgänger regiert die Wildnis.“ (Eva Steindorfer, Die Presse)

Der Regisseur Florian Flicker:


1_Grenzgaengergeb. 1965 in Salzburg, lebt in Wien. Arbeitete bis 1989 als Regieassistent für Theater und Werbung. Bis 2009 Lehrtätigkeit an der Wiener Filmakademie. Theaterinszenierungen am Wiener Schauspielhaus.
 

 

Florian Flicker über seinen Film:


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„Was mich erstaunt hat bei den Recherchen, ist, dass diese Gegend trotz ihrer politisch-historischen Bedeutung so gar nicht verankert ist in unserem Bewusstsein. Das weiß doch kein Mensch, was sich da bis vor 10 Jahren so abgespielt hat. Wir starren auf die Flüchtlingsboote auf Lampedusa und wissen nicht, dass bei uns ums Eck jährlich dutzende Flüchtlinge ertrunken sind, dass man beim Sonntagsausflug an die March ging, um „Neger zu zählen“, die ertrunken waren.“

„Anders als beim Weibsteufel sprechen meine Figuren sehr wenig. Das hat mich als Regisseur interessiert und fasziniert mich immer noch: diese Sprachlosigkeit zwischen Mann und Frau, als wäre ihre gemeinsame Sprache noch nicht erfunden.“

„Ich habe den Theaterstoff genommen und eine Cover-Version fürs Kino gemacht. Das Thema blieb, aber das Lied klingt anders. Weil es Kino ist und nicht Theater, weil ich es bin und weil es im Heute spielt.“

Filmografie:


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1993 Halbe Welt
1997 Attwengerfilm
1998 Suzie Washington
2000 Der Überfall
2006 No Name City
2012 Grenzgänger

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