Oh Boy

Oh Boy

Mo, 10. — Fr, 14.02.2014 | 17:30 Uhr | City-Kino

Deutschland: 2012, Regie: Jan Ole Gerster, Buch: Jan Ole Gerster, Kamera: Philipp Kirsamer, Schnitt: Anja Siemens
Darsteller: Tom Schilling, Marc Hosemann, Friederike Kempter, Justus von Dohnányi, Michael Gwisdek, Katharina Schüttler, Arnd Klawitter, Martin Brambach, Andreas Schröders, Ulrich Noethen, Frederick Lau
83 Minuten

 

Trailer:


Inhalt:


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Niko, Ende zwanzig, hat längst sein Jus-Studium abgebrochen und lebt nun einfach so in den Tag hinein. Bis zu diesem turbulenten Tag:
Seine Freundin zieht einen Schlussstrich, sein Vater dreht ihm den Geldhahn zu und ein Psychologe attestiert ihm kurzerhand “emotionale Unausgeglichenheit”. Eine sonderbare Schönheit namens Julika konfrontiert ihn mit den Wunden der gemeinsamen Vergangenheit, sein neuer Nachbar schüttet ihm bei Schnaps und Fleischkugeln sein Herz aus und in der ganzen Stadt scheint es ja nicht mal mehr einen stinknormalen Kaffee zu geben.
Einen Tag und eine Nacht lässt er sich durch Berlin treiben und begegnet dabei an den unterschiedlichsten Orten den unterschiedlichsten Menschen. Die episodenhaft strukturierte melancholische Komödie unterhält sowohl mit perfekt getimten Szenen als auch mit pointenreichen, teils witzigen, teils hintergründigen Dialogen. In der Hauptrolle souverän gespielt, gewinnt der schwarz-weiß fotografierte, mit kühlem Jazz unterlegte Film eine ganz eigene und herausragende Qualität.

Kritikerstimmen:


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„Wie Niko flaniert auch der Film durch Berlin, wobei die verschiedenen Episoden sehr ausgewogen zwischen Stimmungsbild und Satire, Tragik und Komik, Alltäglichem und Zuspitzungen balancieren. Allein schon dadurch, dass Jan Ole Gerster die Hauptstadt abseits schicker Vorzeige- und Hotspot-Kulissen ins Bild rückt, avanciert sein Film auch zu einem waschechten Berlin-Film.“ (Christian Horn, fluter)

„Eines der mutigsten, witzigsten, sinnlichsten deutschen Kinowerke seit Jahren ist Gersters Spielfilmdebüt, das ähnlich wie David Wnendts ‚Kriegerin‘ dem Zuschauer die Emotionen eines zwiespältigen Charakters zumutet. Sein Porträt eines ziellosen Endzwangigers enthält mehr Fragen als Antworten, zeigt eher, als dass es bewertet, und stellt den klar strukturierten Erwartungen der Gesellschaft ein diffuses Lebensgefühl gegenüber.“ (rollingstone.de)

„’Oh Boy‘ beschreibt zärtlich das Chaos eines städtischen und eines entsprechenden inneren Lebens und führt den Beweis, dass es eigentlich nur durch montierte Filmbilder zu einer Ordnung finden kann, die Sinn hat.“ (Ralf Krämer, Die Welt)

„Tom Schilling ist der eine Hauptdarsteller, der andere ist die Großstadt. Der Film ist das teils komische, teils beklemmende Porträt einer Berliner Gesellschaft, in der ein unglaublich ruppiger Ton herrscht, eine allgemeine Distanz- und Respektlosigkeit, die jederzeit ins Extreme umschlagen kann, manchmal auch in Gewalt.“ (Christian Mayer, Süddeutsche Zeitung)

Regisseur Jan Ole Gerster/Produktionsnotizen:


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Jan Ole Gerster, Jahrgang 1978, immer schon verrückt nach Kino und Film, sammelt durch ein Praktikum bei einer Berliner Filmfirma erste Erfahrungen in diesem Business. Er wird dort sogar einer der Assistenten des Regisseurs Wolfgang Becker bei dessen Erfolgsfilm ‚Goodbye Lenin‘. Ab 2003 studiert er an der Deutschen Film – und Fernsehakademie Berlin Drehbuch und Regie. 2010 beginnt er mit den Arbeiten an seiner Abschlussarbeit, dem Film ‚Oh Boy‘, dessen ursprünglicher Titel ‚A Day in a Life‘ (nach einem Beatles Song) sein sollte.

Hauptdarsteller Tom Schilling dazu : „Das Drehbuch hatte anfangs den Titel ‘A Day In A Life“ von den Beatles. In der ersten Zeile heißt es dort ‚I read the news today, oh boy.‘ Jan hat sich für den Titel ‘Oh Boy’ entschieden, weil es eine schöne Referenz an den Titel des Songs ist und weil ‘Oh Boy’ vielschichtiger und offener zu interpretieren ist als ‘A Day In A Life“. ‘Oh Boy’ steht für Vieles: Es kann ein sehr heiterer Ausruf sein, aber auch „What the f…“, es kann alles heißen.“

Gerster dreht den Film innerhalb nur eines Monats von Anfang Juni bis Anfang Juli 2010 in Berlin, seine Premiere feiert das Werk beim Filmfest in München, im November 2012 gelangt es schließlich in die Kinos.

Filmografie/Auszeichnungen:


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2004 Der Schmerz geht, der Film bleibt
2012 Oh Boy

Auszeichnungen:

2012: Seymour Cassel Award für Tom Schilling beim Internationalen Filmfest Oldenburg
2012: Förderpreis Neues Deutsches Kino in der Kategorie Bestes Drehbuch für Jan Ole-Gerster
2013: Bayerischer Filmpreis in den Kategorien Darsteller (Tom Schilling) und Drehbuch (Jan-Ole Gerster)
2013: Preis der deutschen Filmkritik für das beste Spielfilmdebüt und die beste Musik
2013: Sofia International Film Festival: Bester internationaler Debüt- oder Zweitfilm
2013: Deutscher Filmpreis LOLA : Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller männlich,
Bester Nebendarsteller männlich (Michael Gwisdek)
2013: Österreichischer Filmpreis ROMY : Bestes Drehbuch

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