Der Geschmack von Rost und Knochen

Der Geschmack von Rost und Knochen

Mo, 10. — Fr, 14.03.2014 | 17:30 Uhr | City-Kino

Frankreich/Belgien2012, Darsteller: Marion Cotillard, Matthias Schoenaerts, Armand Verdure, Céline Sallette, Corinne Masiero, Bouli Lanners, Jean-Michel Correia, Mourad Frarema, Yannick Choirat
Regie: Jacques Audiard, Buch: Jacques Audiard, Thomas Bidgeain, Kamera: Stéphane Fontaine, Schnitt: Juliette Welfling, Musik: Alexandre Desplat
Länge: 127

 

 

Trailer:


Inhalt:


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Leben und materieller Überlebenskampf vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise, zerbrochene Familienstrukturen, eine das Leben von einem Augenblick auf den anderen verändernde Katastrophe, brutale illegale Faustkämpfe, Liebe ohne Gefühle und noch vieles mehr, all das hält Jacques Audiard für uns Zuseher bereit.
Ein junger Mann reist mit seinem fünfjährigen Sohn von Nordfrankreich an die Côte d’Azur, zieht dort zur Familie seiner Schwester und nimmt einen Job als Türsteher an. Er lernt eine junge Waltrainerin kennen, die bei einem durch einen Orka verursachten Unfall beide Unterschenkel verliert. Obwohl der Mann weder Mitleid noch Mitgefühl empfindet, hilft er der jungen Frau ins Leben zurück. Das kraftvolle, mitunter wuchtig entwickelte (Melo-)Drama führt seine Handlungsstränge zu einem emotional aufwühlenden Ende zusammen und besticht durch außergewöhnliche Schauspielerleistungen in den beiden Hauptrollen.

Kritikerstimmen:


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„Selten wurde im Kino mit so brutaler Schönheit gezeigt, wie zwei Menschen das Lieben lernen.“ (Wenke Husmann, Die Zeit)

„Die Meisterleistung des ohnehin herausragenden Films ist Audiards In-Bild-Setzung von Marion Cotillards (digital) amputierten Beinen. Ob nackt oder bekleidet, nie sind ihre Stümpfe versteckt. Vielmehr ragen sie ins Bild, Szene um Szene. Sie schwimmen, sie werden gehalten, entkleidet, gespreizt. Und mit jedem Mal erkämpfen sie ein wenig mehr den Blick, den sie verdienen, den auf einen rechten und einen linken Schenkel. Ja, Jacques Audiard hat (auch) ein Sozialdrama gedreht.“ (Frederic Jaeger, critic.de)

„Der Geschmack von Rost und Knochen“ gehört ohne Zweifel zu den besten Liebesfilmen seit langem. Und das liegt nicht zuletzt daran, dass Audiards Film von Schmerzen handelt. Und von zwei Verlierern, die sich begegnen und sich aneinander aufrichten.“ (Andreas Bocholte, Der Spiegel)

„Auch hier mag man die eindeutige Drastik von „Rost und Knochen“ kritisieren; letztendlich aber ist auch dieses Werk, ebenso wie „Ein Prophet“, ein eindeutiger Genre-Beitrag und somit ist es nur logisch, dass der Regisseur etablierte Motive aufgreift und variiert. Ebenso wie im Vorgänger schwingen auch hier wieder aktuelle sozialpolitische Entwicklungen im Hintergrund mit; „Der Geschmack von Rost und Knochen“ ist auch ein Film über den „Verkauf“ des eigenen Körpers in einer Zeit ökonomischer Turbulenzen.“ (Tim Lindemann, wlfilms.de)

Regisseur Jacques Audiard/Produktionsnotizen:


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Jacques Audiard wurde 1952 in Paris als Sohn des bekannten Drehbuchautors und Regisseurs Michel Audiard geboren.
Er studierte zunächst Philosophie, wollte Lehrer werden, landete dann aber doch, allerdings nicht nur wegen des berühmten Vaters, ebenfalls als Verfasser von Drehbüchern beim Film.

1983 schrieb er gemeinsam mit seinem Vater das Drehbuch zum Psychothriller ‚Das Auge‘. Der Film von Regisseur Claude Miller mit Michel Serrault, Isabelle Adjani und Stéphane Audran gilt als eines der herausragenden Werke des französischen Films überhaupt.
Nach vielen weiteren Drehbüchern realisierte Audiard schließlich 1994 seinen ersten eigenen Film als Regisseur: ‚Regarde les hommes tomber‘ (‚Wenn Männer fallen‘), mit Jean Yanne, Jean Louis Trintignant und Matthieu Kassowitz als Darsteller.
Weitere großartige Filme sollten folgen: ‚Das Leben – eine Lüge‘ (1996), ‚Lippenbekenntnisse‘ (2001), ‚Der wilde Schlag
meines Herzens‘ (2006) und, als bisheriger Höhepunkt seines Schaffens ‚Ein Prophet‘ (2009), Dieses Meisterwerk gewann zwei Cesars , wurde in Cannes mit dem großen Preis der Jury bedacht und schließlich auch für den OSCAR nominiert.

Mit ‚Der Geschmack von Rost und Knochen‘ will Audiard nicht nur eine sehr ungewöhnliche Liebesgeschichte erzählen, sondern vor allem auch Menschen vor dem Hintergrund der großen Wirtschafts – und Finanzkrise zeigen, wie er in einem Interview besonders betont. Besonders wichtig ist ihm auch das ’setting‘ seiner Geschichte: Der Großteil der Handlung spielt zwar an der malerischen Cote d’Azur, doch zeigt sie uns Audiard mit und in gänzlich anderen Bildern als vielleicht erwartet.

Filmografie/Auszeichnungen:


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1994 Wenn Männer fallen (Regarde les hommes tomber)
1996 Das Leben: Eine Lüge (Un héros très discret)
1998 Norme française (Kurzfilm)
2001 Lippenbekenntnisse (Sur mes lèvres)
2005 Der wilde Schlag meines Herzens (De battre mon cœur s’est arrêté)
2009 Ein Prophet (Un prophète)
2012 Der Geschmack von Rost und Knochen (De rouille et d’os)


Auszeichnungen:

2013: Nominierungen für den GOLDEN GLOBE (Bester fremdsprachiger Film, Beste Hauptdarstellerin Drama)

2013: CESARs (wichtigsterer französischer Filmpreis) für: Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schnitt, Beste Filmmusik, Bester Nachwuchsdarsteller (Matthias Schoenarts)

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