Lore

Lore

Mo, 17. — Fr, 21.11.2014 | 17:30 Uhr | City-Kino

D/AUS/GB 2012, Regie: Cate Shortland, Drehbuch: Robin Mukherjee, K: Adam Arkapaw, S: Veronika Jenet, M: Max Richter, Darsteller: Saskia Rosendahl, Nele Trebs, André Frid, Mika Seidel, Kai Malina, Ursina Lardi, 109 Minuten, DF

Trailer:


Inhalt:


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Deutschland 1945, die Alliierten sind dabei, in den ländlichen Gebieten Kriegsverbrecher aufzustöbern. Im Landhaus eines SS-Offiziers herrscht Panik. Belastende Papiere werden verbrannt. Kurz darauf werden der Offizier und seine Frau verhaftet. Hannelore, deren älteste Tochter, muss nun für ihre Geschwister sorgen. Lore realisiert, dass sie mit ihnen hunderte von Kilometern bis an die Nordküste Deutschlands gehen muss, um zu ihrer Großmutter zu gelangen. Sie glaubt noch immer an die nationalsozialistischen Ideale. Auf dem Weg durch die Wälder treffen sie auf einen jüdischen Jungen, der sie und ihre Geschwister bei einer Kontrolle durch amerikanische Soldaten als zu ihm gehörig ausgibt. Lore muss nach und nach ihr Weltbild revidieren…

Kritikerstimmen:


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„Die Internationalität von Lore ist beachtlich. Der zweite Spielfilm der australischen Regisseurin Cate Shortland basiert auf einem Buch der Britin Rachel Seiffert und spielt in Deutschland kurz nach der Kapitulation des Nazi-Regimes. Bei kollektiven Anstrengungen dieser Art befürchtet man gleich einen verwaschenen, ungenauen Film, zumal wenn es um einen heiklen historischen Stoff geht; doch dies ist hier nicht der Fall – Lore zeichnet ein ungewöhnlicher persönlicher Blick auf eine historische Realität aus, der eng mit der subjektiven Wahrnehmung der Titelheldin verbunden bleibt.“ (Dominik Kamalzadeh Der Standard)


„Diese so deutsche wie ungewöhnliche Geschichte setzt Cate Shortland in erstaunlich schöne, manchmal lyrisch überhöhte Bilder voller Symbolkraft um. Zahlreiche Nah- und Großaufnahmen, virtuos montiert von Veronika Jenet, betonen das Fragmentarische des Blicks, der nur einen winzigen Ausschnitt jener Zeit spiegeln kann und will.“ (Patrick Seyboth epd-film)


„Dem Genre nach eine Mischung aus Road-Movie und Coming-of-Age-Drama macht der trotz aller traumatischen Erlebnisse leise Film den Selbstbehauptungswillen einer ambivalenten und tief verstörten Figur sichtbar, die sich urplötzlich von den Wahrheiten ihrer Kindheit verabschieden muss.“ (Alexandra Wach filmdienst)


Cate Shortland über ihren Film:


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„Als ich Die dunkle Kammer von Rachel Seiffert entdeckte, hat mich das in vielerlei Hinsicht berührt. Das Buch macht Geschichte ganz unmittelbar und persönlich erlebbar: Seine drei unterschiedlichen Geschichten werden aus der Perspektive von Jugendlichen erzählt, die versuchen, die Ereignisse im Bannkreis des faschistischen Deutschlands zu verstehen. Die inneren Kämpfe der Figuren sind verstörend, aber auch unglaublich bewegend. Lores Seelenlandschaft hat mich fasziniert: ein erschreckender Ort, geprägt von einer merkwürdigen Mischung aus Gewissheiten und Zweifeln.“

„Lore und ihre Geschwister sind die privilegierten Kinder eines hochrangigen SS-Offiziers, der am Massenmord in Weißrussland beteiligt war. Während sie Hüpfspiele machen, werden überall in Europa Menschen systematisch umgebracht. Lores Familie ist davon unberührt, bis ihr Vater 1945 aus dem Osten zurückkehrt. 1939 war er ein Kriegsheld. 1945, wenn die Handlung des Films beginnt, ist er ein Verbrecher. Ich wollte verstehen, was das mit der Psyche eines Kindes macht. Wie wächst ein Kind in dem Wissen auf, dass die ihm nächsten Menschen unvorstellbare Verbrechen begangen haben, dass der Genozid inmitten ihres Alltags geschah?“

Die Regisseurin Cate Shortland:


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Geb. 1968 in Temora, Australien. Studium an der Sidney University, Bachelor of Fine Arts; anschließend Regiestudium an der Australian Film Television and Radio School. Preise für die ersten vier Kurzfilme. 2004 mit Somersault erster Spielfilm, der seine Premiere in Cannes feiert. Anschließend einige TV-Filme.

Filmografie:


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1995: STRAP ON OLYMPIA (Kurzfilm)
1999: PENTUPHOUSE (Kurzfilm)
2000: FLOWERGIRL (Kurzfilm)
2000: JOY (Kurzfilm)
2004: SOMERSAULT
2011: LORE

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