Girlhood

Girlhood – Bande de filles

Mo, 14. — Sa, 19.12.2015 | 17:30 Uhr bzw. Sa 15:00 Uhr | City-Kino

F 2014; Regie: Céline Sciamma, Drehbuch: Céline Sciamma, K: Crystel Fournier, M: Para One, S: Julien Lacheray, Darsteller: Karidja Touré, Assa Sylla, Lindsay Karamoh, Marietou Touré, Idrissa Diabate, 112 Minuten, OmdUt

Trailer:


Inhalt:


© Thimfilm

Marieme lebt mit ihrer Familie in der Pariser Banlieue. Die Mutter sorgt fürs Einkommen, der große Bruder kommandiert alle herum und sie versorgt die jüngeren Schwestern. Außerfamiliär ist es nicht besser. Im Viertel geben die Burschen den Ton an und die Lehrerin macht ihr keine Hoffnung, dass sie eine weiterführende Schule besuchen kann. Durch ihre Hartnäckigkeit gelingt es ihr, in einer dreiköpfigen Mädchengang Fuß zu fassen, in der Freiheiten herrschen, von denen sie bisher nur träumte. In der Gruppe heißt sie von nun an Vic. Sie verändert ihr Aussehen und liefert sich mit ihren Freundinnen Scharmützel mit rivalisierenden Banden…


Die Regisseurin über ihren Film:


© Thimfilm

Céine Sciamma (Geb. 1978 in Pontoise, Studium der französischen Literatur an der Universität von Paris/Nanterre und Drehbuch an der Filmschule La Fémis):

„Die Figuren selbst gaben den Anstoß für dieses Filmprojekt. Die Teenagerinnen, die ich regelmäßig in der Nähe des Pariser Einkaufszentrums Les Halles, in der Metro oder manchmal am Bahnhof Gare du Nord herumhängen sah: Immer waren sie in einer Gang, laut, lebhaft, tanzend.
Da ich mehr über sie erfahren wollte, suchte ich nach ihren Blogs und war von ihrer Ästhetik, ihren Styles und Posen fasziniert Neben ihrer unglaublichen Energie spiegeln ihre Profile all die Themen wider, die seit jeher den Kern meiner Arbeit als Filmemacherin ausmachen: die Konstruktion weiblicher Identität innerhalb der sozialen Begrenzungen, der Restriktionen und Tabus, bei der die spielerische Auseinandersetzung mit Außenwahrnehmung und Identität von zentraler Bedeutung ist.
Das Casting dauerte vier Monate. Wir suchten Mädchen mit ausgeprägtem Charisma und starken Identitäten. In GIRLHOOD geht es nicht um Vielfalt, sondern um Ausschließlichkeit: Alle Schauspielerinnen und Schauspieler sind schwarz Die Geschichte spielt in verschiedenen Vierteln am Rande von Paris: in den Vorstädten Bagnolet und Bobigny. Sie zeigt die Bezirke, die öffentlichen Räume und wie sich die Menschen und Dinge in ihnen bewegen. Unser Szenenbild versucht, diese Viertel neu zu interpretieren. Die gesamte Innenausstattung wurde in einem Studio geschaffen, wo die Farben ausgewählt und durchdacht wurden.“


Kritikerstimmen:


© Thimfilm

„Das Vorstadtmilieu mit seinen schäbigen Sozialbauten ist als Setting für solche Coming-of-Age-Geschichten nicht neu, fast schon spektakulär aber ist das Wie der Inszenierung. Denn GIRLHOOD wurde nicht im für solch straßennahe Themen üblicherweise reservierten nervös naturalistischen Handkamera-Stil gedreht, sondern als präzise choreografiertes Breitwandstück mit malerisch überhöhten Studiokulissen für die Innenszenen und einer opulenten Farbdramaturgie, die besonders die wiederkehrenden Tanzszenen emotional auflädt.“
(Silvia Hallensleben epd-film)

„Bemerkenswert ist, wie Céline Sciamma das Bemühen vor allem Mariems, ein eigenes Bild von sich zu entwerfen, in eine Reihe von Einstellungen überträgt, die ihrerseits das Publikum herausfordern. Immer wieder zwingt sie den Zuschauer, die eigenen Erwartungen nicht nur zu hinterfragen, sondern eigentlich gleich über Bord zu werfen, was im Übrigen auch für das Bild gilt, das man sich von der Banlieue zurechtgelegt hat…“
(Lena Bopp FAZ)

„GIRLHOOD bildet auch ein Stück urbaner Jugendkultur ab. Aber stärker als eine sozialrealistische Komponente kommt dabei ein sinnliches Moment zum Tragen.“
(Isabella Reicher Der Standard)


Filmografie:


© Thimfilm

2007 : NAISSANCE DES PIEUVRES (Water Lilies)
2011 : TOMBOY
2014 : BANDE DE FILLES (Girlhood)

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