{"id":3503,"date":"2025-08-31T18:17:43","date_gmt":"2025-08-31T16:17:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.filmring-linz.at\/?page_id=3503"},"modified":"2025-08-31T18:34:34","modified_gmt":"2025-08-31T16:34:34","slug":"irdische-verse","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.filmring-linz.at\/?page_id=3503","title":{"rendered":"Irdische Verse"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading has-x-large-font-size\"><strong>Irdische Verse<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Iran 2024; Regie\/Drehbuch: Ali Asgari, Alireza Khatami; Kamera: Adib Sobhani; Schnitt: Ehsan Vaseghi; Musik: Masud Fayad Zadeh; Darsteller:  Bahram Ark, Argayan Shabani, Servin Zabetian, Sadaf Asgari, Fazeeh Rad, Majid Salehi, L\u00e4nge: 77 Minuten, OmdUT (Farsi)<\/pre>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Trailer<\/h2>\n\n\n\n<p><code><code><code><a id=\"6a39a1f2596dd\" rel=\"wp-video-lightbox\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GtTWqNmyCVk&#038;width=640&#038;height=480\" title=\"\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.filmring-linz.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4_Irdische_Verse.png\" class=\"video_lightbox_anchor_image\" alt=\"\" \/><\/a>    <script>\r\n    \/* <![CDATA[ *\/\r\n    jQuery(document).ready(function($){\r\n        $(function(){\r\n            var width = $(window).innerWidth();\r\n            var setwidth = parseFloat(640);\r\n            var ratio = parseFloat(0.75);\r\n            var height = parseFloat(480);\r\n            var link = 'https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GtTWqNmyCVk&amp;width=640&amp;height=480';\r\n            if(width < setwidth)\r\n            {\r\n                height = Math.floor(width * 0.75);\r\n                \/\/console.log(\"device width \"+width+\", set width \"+640+\", ratio \"+0.75+\", new height \"+ height);\r\n                var new_url = wpvl_paramReplace('width', link, width);\r\n                var new_url = wpvl_paramReplace('height', new_url, height);\r\n                $(\"a#6a39a1f2596dd\").attr('href', new_url);\r\n                \/\/console.log(new_url);\r\n            }\r\n        });\r\n    });\r\n    \/* ]]> *\/\r\n    <\/script><\/code><\/code><\/code><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Inhalt<\/h2>\n\n\n\n<p>Neun Episoden, die allesamt in Innenr\u00e4umen in der iranischen Hauptstadt Teheran spielen. Iranerinnen und Iraner geraten in die F\u00e4nge der unbarmherzigen autorit\u00e4ren Gewalt der Beh\u00f6rden, der Vorgesetzten, der religi\u00f6sen Institutionen. Jene, die diese Gewalt aus\u00fcben, bleiben f\u00fcr die Kamera unsichtbar, man h\u00f6rt sie nur. Die statische Kamera bleibt in jeder einzelnen der neun Szenen bei und auf jenen Unterdr\u00fcckten, die sich teilweise wagemutig, manchmal auch mit bei\u00dfender Ironie zu wehren versuchen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ali Asgari und Alireza Katami<\/strong>:<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Ali Asgari<\/strong>\u00a0machte seinen Abschluss an der Tehran Azad Universit\u00e4t und begann ab 2009 ein Filmstudium an der Universit\u00e4t in Rom, arbeitete als Regieassistent und drehte eine Reihe von Kurzfilmen. F\u00fcr diese schrieb er auch die Drehb\u00fccher. Mit diesen Filmen war er in Cannes und in Berlin erfolgreich. 2017 drehte er seinen ersten Spielfilm, dieser wurde in Venedig und Toronto pr\u00e4sentiert. In Venedig lernte er dann auch seinen iranischen Regisseur-Kompagnon\u00a0<strong>Alireza Katami<\/strong>\u00a0kennen. Dieser ist ein iranisch-kanadischer Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, der 2017 mit seinem Debutfilm &#8222;Oblivion Verses&#8220; in Venedig f\u00fcr Furore sorgte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kritiken<\/h2>\n\n\n\n<p>&#8222;Genau diese Erfahrung (wie im Film gezeigt) habe ich mit der Zensurbeh\u00f6rde im Iran gemacht&#8220;, erz\u00e4hlt Alireza Khatami, einer der Regisseure von&nbsp;<em>Irdische Verse<\/em>. Seine Premiere feierte der Film 2023 in Cannes. Bei der R\u00fcckkehr in den Iran wurde der Reisepass von Ali Asgari, dem Co-Regisseur, eingezogen, um seine Teilnahme an weiteren Filmfestivals zu verhindern. &#8222;F\u00fcr acht Monate haben die Beh\u00f6rden seinen Reisepass einbehalten, damit er nicht mehr ausreisen kann&#8220;, erz\u00e4hlt Khatami. Auch eine Inhaftierung wurde ihm angedroht. Das Vergehen? Diesen Film ohne Erlaubnis zu machen, ohne staatliche Finanzierung. &#8222;Wir wollen hier nicht die Opfer spielen. Wir sind sehr stolz auf unseren Film und tragen gerne die Konsequenzen daf\u00fcr&#8220;, sagt Khatami. Jede Regierung habe eine rote Linie, die man nicht \u00fcbertreten d\u00fcrfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Alltagsprotest gegen ein repressives System stellt&nbsp;<em>Irdische Verse<\/em>&nbsp;auf wunderbar subtile Weise dar. Er zeigt, dass Menschen nach Freiheit und Privatsph\u00e4re streben \u2013 ein universelles Streben, das nicht nur in einem autorit\u00e4ren Staat wie dem Iran gilt. &#8222;Wir sehen uns selbst in diesen Situationen \u2013 und ich will nicht dort sein&#8220;, sagt Khatami. Er ist sich sicher, \u00fcberall in der Welt wird man es schwerhaben, wenn man die rote Linie \u00fcbertritt. Eine letzte Frage hat der Regisseur dann selbst: &#8222;Wie k\u00f6nnte der Film in \u00d6sterreich aussehen?&#8220;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>(Jakob Thaller, Der Standard, 10.5.2024)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der formal minimalistische Rahmen macht es den Schauspielern unm\u00f6glich, der Kamera zu entkommen. Ihre Reaktionen schwanken zwischen Verwunderung, schwindender Hoffnung, Ekel und Resignation. Jedes Aufflackern des Gesichtsausdrucks, jede subtile Ver\u00e4nderung in der K\u00f6rpersprache wird zu einer Geste des Widerstands von Machtlosen gegen institutionelle Entgleisungen. Der Wahnsinn, den die kleinen Amtstyrannen verbreiten, dr\u00e4ngt sich ins Privateste hinein, in Bereiche, die nicht nur die iranische Diktatur zu kontrollieren versucht.\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><em>(Alexandra Wach, FILMDIENST)<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Regisseure \u00fcber ihren Film:<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Wie haben Sie beide sich kennengelernt und beschlossen,\u00a0f\u00fcr IRDISCHE VERSE zusammenzuarbeiten? Woher kam\u00a0die Idee f\u00fcr das Projekt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>(AR) Ich scherze immer, dass wir uns auf Tinder kennengelernt haben, aber die Wahrheit ist nicht weit davon entfernt.\u00a0Unser erster Spielfilm wurde 2017 bei den Filmfestspielen in\u00a0Venedig ausgew\u00e4hlt. Ich habe ihm auf Facebook gratuliert,\u00a0da ich ihn von seinen gefeierten Kurzfilmen her kannte.<br><br>(A) Wir haben uns bei unserem ersten Gespr\u00e4ch in Venedig\u00a0sofort gut verstanden. Ich glaube, das liegt daran, dass wir\u00a0sehr \u00e4hnliche Hintergr\u00fcnde haben. Ich geh\u00f6re der Tat-Minderheit an, und Alireza geh\u00f6rt zum indigenen Stamm der\u00a0Khamse. Wir sind beide in gro\u00dfen Familien aufgewachsen.\u00a0Ich habe sechs Schwestern, Alireza hat vier. F\u00fcr keinen von\u00a0uns war das Kino ein wahrscheinlicher Weg. Dieser Hintergrund brachte uns einander sehr nahe, obwohl wir sehr unterschiedliche Filmsprachen haben.<br><br>(AR) Wir trafen uns in jenem Jahr auf dem TIFF (Toronto International Film Festival) wieder, und dann telefonierten wir\u00a0zwei- oder dreimal pro Woche \u00fcber verschiedene Themen.\u00a0Pl\u00f6tzlich stellten wir fest, dass wir quasi bereits an einem gemeinsamen Drehbuch arbeiteten, bei dem Ali dann sp\u00e4ter\u00a0Regie f\u00fchrte und das auf der Berlinale uraufgef\u00fchrt wurde.<br><br>(A) Letzten Sommer arbeitete Alireza an seinem Spielfilm\u00a0THINGS THAT YOU KILL und hatte Schwierigkeiten, eine\u00a0Drehgenehmigung zu bekommen.<br><br>(AR) Und dann ist mein Film nicht zustande gekommen und\u00a0ich war untr\u00f6stlich. Das Gespr\u00e4ch im Ministerium f\u00fcr Kultur\u00a0war absurd und tragikomisch. Ali erz\u00e4hlte auch ein paar Geschichten, wie andere Gespr\u00e4che mit verschiedenen Institutionen f\u00fcr ihn fast surreal waren. Eine Woche sp\u00e4ter hatten<br>wir ein Drehbuch.<br><br>(A) Aber wir hatten kein Budget, keinen Produzenten, nichts.\u00a0Nur ein Drehbuch!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>War es schwierig, alle erforderlichen Genehmigungen f\u00fcr&nbsp;Ihr Projekt zu erhalten? Wo haben Sie gedreht?<\/strong><strong><br><\/strong><br>(A) Alireza und ich sind beide in den 40ern. Wir haben genug Zeit mit Warten verbracht, wie die beiden Figuren in&nbsp;\u201eWarten auf Godot\u201c. Warten auf den Produzenten, warten&nbsp;auf die Besetzung, warten auf das Budget.<br><br>(AR) Dieses Mal wollten wir nicht warten. Also riefen wir ein&nbsp;paar Freunde an, legten unser eigenes Geld zusammen und&nbsp;drehten den Film in 7 Tagen.<strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Filmografie (Auswahl):<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Tonight is not a good night for Dying (Kurzfilm, 2007)<\/li>\n\n\n\n<li>More than two hours, Il Silencio\u00a0\u00a0(Kurzfilme, 2013)<\/li>\n\n\n\n<li>In the Same Garden (eine Episode in dem Episodenfilm, 2013)<\/li>\n\n\n\n<li>Disappearance (2017, in Venedig und Toronto)<\/li>\n\n\n\n<li>Oblivion Verses (3 Auszeichnungen in Venedig 2017)<\/li>\n\n\n\n<li>Ta Farda (2022, Premiere bei Berlinale)<em>\u00a0<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irdische Verse Iran 2024; Regie\/Drehbuch: Ali Asgari, Alireza Khatami; <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.filmring-linz.at\/?page_id=3503\"> <span class=\"meta-nav\">&rarr; <\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":635,"menu_order":3,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-3503","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.filmring-linz.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3503","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.filmring-linz.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.filmring-linz.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.filmring-linz.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.filmring-linz.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3503"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.filmring-linz.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3503\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3510,"href":"https:\/\/www.filmring-linz.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3503\/revisions\/3510"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.filmring-linz.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/635"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.filmring-linz.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3503"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}