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filmring.DER JUGEND · LINZ
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SAISON 2026/27

September 5

19.–24. Oktober 2026
Mo–Fr 17:30 Uhr · Sa 15:00 Uhr · City-Kino Linz

Filmbild: September 5

München 1972: Ein US-Fernsehteam wird vom Sportberichterstatter zum Live-Chronisten der Geiselnahme bei den Olympischen Spielen.

DEUTSCHLAND 2024

Regie
Tim Fehlbaum
Drehbuch
Moritz Binder, Tim Fehlbaum
Kamera
Markus Föderer
Schnitt
Hansjörg Weißbrich
Musik
Lorenz Dangel
Darsteller*innen
John Magaro, Peter Sarsgaard, Leonie Benesch, Ben Chaplin, Zinedine Soualem, Georgina Rich, Corey Johnson, Marcus Rutherford
Länge
91 Minuten
Fassung
Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Karten & Kino →
DEUTSCHLAND 2024; Regie: Tim Fehlbaum; Drehbuch: Moritz Binder, Tim Fehlbaum; Kamera: Markus Föderer; Schnitt: Hansjörg Weißbrich; Musik: Lorenz Dangel; Darsteller: John Magaro, Peter Sarsgaard, Leonie Benesch, Ben Chaplin, Zinedine Soualem, Georgina Rich, Corey Johnson, Marcus Rutherford; Länge: 91 Minuten; OmdUT

Filmring-Text

Inhalt

Anfang September 1972: In München sind die Olympischen Sommerspiele in vollem Gange. Zum ersten Mal in der Geschichte wird ein derart großes Sportereignis per Satellit live und in Farbe in die Wohnzimmer der Welt übertragen. Deutschland präsentiert sich als freundlicher, weltoffener Gastgeber, es herrscht große Begeisterung ob der grandiosen sportlichen Leistungen. Da passiert das Unfassbare: Im Morgengrauen des 5. September zerreißen Schüsse die Stille im olympischen Dorf. Ein palästinensisches Terrorkommando überfällt das Quartier der israelischen Sportler, tötet zwei von ihnen und nimmt neun weitere als Geiseln. Die Berichterstatter, die Kameras sind live dabei. Ein gnadenloser Wettkampf um die Macht der besten Bilder beginnt. Die Sportreporter des US-Senders ABC sind mittendrin.

Zum Film

Live dabei – und plötzlich verantwortlich

September 5 erzählt das Olympia-Attentat von München 1972 konsequent aus der Perspektive des US-Senders ABC. Aus einem Sportstudio wird innerhalb weniger Minuten eine Nachrichtenredaktion unter extremem Druck. Die Journalist*innen müssen entscheiden, was sie senden, wie sie Informationen verifizieren und ob Livebilder den Tätern selbst nützen könnten.

Gerade diese Beschränkung auf Kontrollraum, Schnitträume und Monitore macht den Film zum Kammerspiel. Historische Fernsehbilder werden nicht bloß illustriert, sondern Teil der Dramaturgie: Das Publikum erlebt, wie ein Ereignis in Echtzeit zu einem globalen Medienereignis wird.

Quellen: Biennale di Venezia, Filmdienst – Interview mit Tim Fehlbaum

Regie

Tim Fehlbaum

Tim Fehlbaum wurde 1982 in Basel geboren und studierte Regie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Nach den Science-Fiction-Filmen Hell und Tides wechselte er mit September 5 bewusst zu einem historischen Stoff – blieb aber seinem Interesse an Krisensituationen und daran, wie Menschen unter Druck Entscheidungen treffen, treu.

Die Idee, das Attentat aus Sicht der Fernsehleute zu erzählen, gab dem vielfach verfilmten historischen Ereignis einen neuen Zugang. Fehlbaum interessiert dabei weniger eine Rekonstruktion außerhalb des Studios als die Frage, wie Bilder entstehen und welche Verantwortung diejenigen tragen, die sie auswählen.

Geboren
1982 in Basel

Ausbildung
HFF München

September 5
3. Langfilm

Quelle: epd Film – Interview mit Tim Fehlbaum

Bilder

Aus dem Film

Hintergrund

Ein Wendepunkt der Live-Berichterstattung

Am 5. September 1972 überfiel die palästinensische Terrororganisation „Schwarzer September“ das Quartier der israelischen Mannschaft im Olympischen Dorf. Die Sportredaktion von ABC befand sich bereits vor Ort und verfügte über Kameras, Satellitenverbindung und Sendezeit. Damit wurde sie unvorbereitet zu einer Nachrichtenredaktion – und das Attentat zu einem frühen globalen Live-Medienereignis.

Fehlbaum betont in Interviews, dass ihn gerade dieser mediengeschichtliche Wendepunkt interessiert: Bilder konnten nun praktisch unmittelbar um die Welt gehen. Der Film fragt deshalb immer wieder, ob technische Möglichkeit automatisch journalistische Berechtigung bedeutet.

Quellen: Biennale di Venezia, epd Film

Tim Fehlbaum über den Film

Die Ethik der Bilder

Fehlbaum beschreibt September 5 als Film über Medienverantwortung und die Macht von Bildern. Besonders wichtig war ihm, die damaligen Journalist*innen weder nachträglich zu verurteilen noch zu idealisieren. Sie mussten Entscheidungen treffen, für die es noch kaum Vorbilder oder Regeln gab.

Die Aktualität liegt für ihn nicht in einer direkten Gleichsetzung historischer Konflikte, sondern in unserem heutigen Umgang mit Krisenbildern: Was schauen wir an? Was teilen wir? Wie schnell glauben wir einer Information – und wann wird Beobachtung selbst Teil des Geschehens?

Quellen: Filmdienst, epd Film

Pressestimmen

Stimmen zum Film

epd Film

Die Kritik hebt hervor, wie überzeugend der Film reales Archivmaterial mit der Spielsituation im Studio verbindet und daraus einen konzentrierten Thriller über journalistische Verantwortung entwickelt.

Zur Kritik ↗

Filmdienst

Filmdienst beschreibt den Kontrollraum als emotionale Hochdruckkammer und betont, wie sorgfältig der Film die moralische Verantwortung der Live-Berichterstattung verhandelt.

Zur Kritik ↗

Auszeichnungen

Ein vielfach ausgezeichneter Film

  • Deutscher Filmpreis 2025: Goldene Lola als bester Spielfilm sowie u. a. Preise für Regie, Drehbuch, Kamera und Schnitt
  • Academy Awards 2025: Nominierung für das beste Originaldrehbuch
  • Venedig 2024: Eröffnungsfilm der Sektion Orizzonti Extra

Quellen: Deutscher Filmpreis, Academy Awards, Biennale di Venezia

Filmografie

Tim Fehlbaum – Auswahl

  • 2011Hell
  • 2021Tides
  • 2024September 5

Quelle: epd Film

Quellen & Weiterlesen

Verwendete Quellen