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filmring.DER JUGEND · LINZ
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SAISON 2026/27

Armand

8.–13. März 2027
Mo–Fr 17:30 Uhr · Sa 15:00 Uhr · City-Kino Linz

Filmbild: Armand

Nach einem Vorfall an einer Schule treffen widersprüchliche Aussagen und verletzte Gewissheiten aufeinander. Ein intensives Kammerspiel über Schuld und Verantwortung.

NORWEGEN/NIEDERLANDE/SCHWEDEN/DEUTSCHLAND 2024

Regie
Halfdan Ullmann Tøndel
Drehbuch
Halfdan Ullmann Tøndel
Kamera
Pål Ulvik Rokseth
Schnitt
Robert Krantz
Musik
Ella van der Woude
Darsteller*innen
Renate Reinsve, Ellen Dorrit Petersen, Endre Hellestveit, Thea Lambrechts Vaulen, Øystein Røger, Loke Nikolaisen, Vera Veljovic, Assad Siddique, Patrice Demonière
Länge
118 Minuten
Fassung
Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Karten & Kino →
NORWEGEN/NIEDERLANDE/SCHWEDEN/DEUTSCHLAND 2024; Regie: Halfdan Ullmann Tøndel; Drehbuch: Halfdan Ullmann Tøndel; Kamera: Pål Ulvik Rokseth; Schnitt: Robert Krantz; Musik: Ella van der Woude; Darsteller: Renate Reinsve, Ellen Dorrit Petersen, Endre Hellestveit, Thea Lambrechts Vaulen, Øystein Røger, Loke Nikolaisen, Vera Veljovic, Assad Siddique, Patrice Demonière; Länge: 118 Minuten; OmdUT

Filmring-Text

Inhalt

An einem der letzten Tage vor den Schulferien passiert etwas zwischen dem sechsjährigen Armand und dem gleichaltrigen Jon. Was genau, bleibt im Unklaren. Der Schulleitung erscheint der Vorfall immerhin so schwerwiegend, dass die Eltern der beiden Jungen vorgeladen werden. Doch das Gespräch zwischen der alleinerziehenden Elisabeth (Renate Reinsve) und Jons Eltern Sarah (Ellen Dorrit Petersen) und Anders (Endre Hellestveit) eskaliert schnell. Auf der Suche nach der Wahrheit geraten alle Beteiligten in einen Strudel aus Eitelkeiten, Eifersucht und Begehren. …

Zum Film

Was ist wirklich passiert?

Zwischen den sechsjährigen Jungen Armand und Jon soll in der Schule etwas Schwerwiegendes geschehen sein. Die Kinder selbst bleiben im Film unsichtbar; stattdessen treffen ihre Eltern und mehrere Mitglieder des Schulpersonals am Ende eines Schultages aufeinander. Jede Aussage verschiebt die Perspektive, jede Gewissheit erzeugt neue Zweifel.

Was zunächst wie ein realistisches Elterngespräch beginnt, kippt zunehmend ins Psychologische, Groteske und Surreale. Armand interessiert sich weniger für eine eindeutige Auflösung als dafür, wie Erwachsene Wahrheit herstellen: durch Erinnerungen, Vorurteile, Beziehungen, Scham, Eifersucht und den Wunsch, das eigene Kind – oder sich selbst – zu schützen.

Quellen: Pandora Film, Festival de Cannes

Regie

Halfdan Ullmann Tøndel

Halfdan Ullmann Tøndel studierte Regie an der Kunsthochschule Westerdals. Seine Mutter ist Linn Ullmann und seine Großeltern sind Liv Ullmann und Ingmar Bergman. Sein Debüt gab er mit dem Kurzfilm Bird Hearts (2015), der in Karlovy Vary uraufgeführt wurde und 2016 beim Kurzfilmfestival in Grimstad den „Golden Chair“ gewann. Er war für einen Amanda-Preis nominiert und wurde im selben Jahr in die Liste der besten europäischen Kurzfilme von Cineuropa aufgenommen. 2017 drehte er den Kurzfilm Fanny, der in Aspen Premiere feierte und ebenfalls für einen Amanda-Preis nominiert wurde. Er wurde auch auf derselben Liste der besten europäischen Kurzfilme aufgeführt. Beide Filme wurden an Festivals auf der ganzen Welt gezeigt.

Ausbildung
Kunsthochschule Westerdals

Kurzfilme
Bird Hearts, Fanny

Armand
Langfilmdebüt

Bilder

Aus dem Film

Hintergrund

Der Weg zum Film

Das Drehbuch zum Film wurde mehrfach zur Unterstützung eingereicht, doch immer abgelehnt, bis Renate Reinsve, der Superstar des nordischen Kinos, sich für das Projekt engagieren ließ. Sie dominiert ab ihrer Ankunft im Klassenzimmer bis zum dramatischen Ende.

Zur Gestaltung

Vom Kammerspiel ins Unwirkliche

Fast der gesamte Film spielt in einer leeren Schule. Flure, Besprechungsräume und Turnsäle werden zu einem abgeschlossenen Raum, in dem sich die Spannung immer weiter verdichtet. Ton und Körperlichkeit sind dabei besonders wichtig: Schritte hallen, ein Feueralarm schrillt, Lachen kippt in Weinen, und später brechen Bewegung und Tanz die scheinbar realistische Form auf.

Tøndel beschreibt, dass er diese zunehmende „Verrücktheit“ während der Dreharbeiten bewusst zugelassen habe. Gerade dadurch verliert die Schule ihre Neutralität und wird mehr und mehr zum psychischen Raum der Figuren.

Quellen: Cineuropa, epd Film

Halfdan Ullmann Tøndel über den Film

Die Idee hinter Armand

„Ich hatte von einem Lehrer gehört, der mit seiner Klasse zum Zelten gefahren war. Es handelte sich um Sechsjährige, zwei Jungen hatten sich gestritten und plötzlich war einer der beiden sehr aggressiv geworden und hatte Dinge gesagt, die einem Kind in seinem Alter normalerweise völlig entgehen. Das machte mich nachdenklich und ich fragte mich, wo und in welchem Zusammenhang ein sechsjähriges Kind solche Äußerungen gehört haben könnte. Dann begann ich, mir seine Eltern vorzustellen und war sehr fasziniert von meiner Fähigkeit, über die Eltern zu fantasieren, ohne etwas über sie oder den betreffenden kleinen Jungen zu wissen, außer dem Vorfall, der sich ereignet hatte, und den Äußerungen, die gemacht worden waren. Ich habe auch mehrere Jahre lang in einer Grundschule gearbeitet und festgestellt, wie sehr die Kinder mit ihren Eltern gleichgesetzt werden, im Guten wie im Schlechten. Oder dass jedes kleinste Verhalten (von Schülern oder Eltern), das auch nur ein bisschen von der Norm abweicht, sofort schlecht angesehen und aufgebauscht wird. Schließlich wurde mir klar, dass sich aus diesen Elementen ein Thema für einen Film ergab – und dass ich eine Reflexion über unsere Gesellschaft und unsere Art, mit Konflikten umzugehen, liefern konnte. (…)

Mir haben Filme, die an einem einzigen Ort spielen, schon immer gefallen. Das erzeugt eine ganz besondere Form von Spannung und ein klaustrophobisches Gefühl, dem sich der Zuschauer nicht entziehen kann. Als ich mit dem Schreiben begann, gab es keine wirklichen Grenzen mehr, die ich in diese fiktive Schule hineinprojizierte. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass jeder noch so kleine Winkel visuell interessant war.“

Pressestimmen

Stimmen zum Film

Der andere Film

„Was naturalistisch beginnt, wandelt sich allmählich zu einem dunklen, albtraumhaften Psycho-Triller, von dem man seine Augen kaum mehr wegziehen kann, so auch beim fast fünf-minütigen Lachanfall Elisabeths, wenn danach die Suche nach der Wahrheit auf der Strecke bleibt, zugunsten von Szenen mit Obsessionen unterdrückter Begierde, Betrugs, Lügen und düsteren Geheimnissen.“

Zur Kritik ↗

Auszeichnungen

Caméra d’Or 2024

  • Festival de Cannes 2024: Caméra d’Or für das beste Regiedebüt
  • Un Certain Regard 2024: Weltpremiere im offiziellen Cannes-Programm

Quellen: Festival de Cannes – Preisträger*innen, Festival de Cannes – Armand

Filmografie

Halfdan Ullmann Tøndel – Auswahl

  • 2015 Bird Hearts
  • 2017 Fanny
  • 2024 Armand

Quelle: Cannes – Presseheft zu Armand

Quellen & Weiterlesen

Verwendete Quellen