Die Jagd

Die Jagd (Jagten)

Mo, 20. — Fr, 24.10.2014 | 17:30 Uhr | City-Kino

Dänemark/Schweden 2012
 Regie: Thomas Vinterberg, Drehuch: Tobias Lindholm, Thomas Vinterberg, Kamera: Charlotte Bruus Christensen, Schnitt: Janus Billeskov Jansen, Anne Østerud, Musik: Nikolaj Egelund,
 Schnitt: Janus Billeskov Jansen, Anne Østerud,
 Darsteller: Mads Mikkelsen (Lucas), Thomas Bo Larsen (Theo), Annika Wedderkopp (Klara), Lasse Fogelstrøm (Marcus), Susse Wold (Grethe), Anne Louise Hassing (Agnes), 111 Min., OmdUT

Trailer:


Inhalt:


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Der eher verschlossene Lucas ist kontaktscheu und introvertiert, hat aber durchaus auch Anschluss an Freunde und Bekannte. Seine Ehe ist in die Brüche gegangen, der gemeinsame Sohn lebt bei der Mutter. Lucas, der ehemalige Lehrer, arbeitet nun in einer dänischen Kleinstadt in einem Kindergarten. Er liebt die Arbeit mit seinen Schützlingen. Da wird er plötzlich völlig unvermutet des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Eine Lawine der Aggression bricht über ihn herein, sein Leben gerät völlig aus allen Fugen, seine bisherige Existenz wird vollständig durcheinander gewirbelt. Nichts ist mehr so, wie es war.

Kritikerstimmen:


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„[…] ein kaum zu ertragendes Stück europäischen Kinos, grandios geschrieben, gespielt und inszeniert; ein wahrhaftiges Comeback Thomas Vinterbergs, dessen Sturm-und-Drang des Dogmafilms nun endgültig einer filmischen Sicherheit gewichen ist, die in ihren besten Momenten das Publikum bis ins Mark verunsichert. Die Wahrheit kann eben weh tun und die Leinwand ist das richtige Sprachrohr dafür.“  (Cinema Forever)


„Die Jagd ist ein erschütterndes wie packendes Drama über eine kleine Gemeinde, die nicht mehr zwischen begründeter Angst und hysterischer Selbstjustiz unterscheiden kann. Das geht zwar an manchen Stellen etwas zu schnell, bleibt dank der guten Darsteller und einer insgesamt neutralen Erzählweise aber erschreckend glaubhaft.“ (Alexandra Walch, Filmdienst)


„Die Jagd“ ist ein Spielfilm, eine Fiktion. Aber Vinterberg setzt auf Realismus, auf Wahrscheinlichkeit, deshalb geht seine Rechnung nicht auf. So viele Erwachsene, die so viele Fehler machen, man glaubt es nicht. Erst recht nicht die Kettenreaktion auf den fürsorglichen Reflex, mit dem jeder zu wissen meint, was Klara widerfahren ist, obwohl sie bald beteuert, sie habe nur etwas Dummes gesagt. Außerdem versäumt Vinterberg es, die Dimension zu verdeutlichen. Gewiss gibt es tragische Fälle von zu Unrecht Beschuldigten, aber es handelt sich nicht um den großen blinden Fleck in der Wahrnehmung sexueller Gewalt gegen Kinder, sondern um seltene Ausnahmen. Die Regel ist immer noch das schützende Schweigen rund um die Täter, in Familien, in der Kirche, Kindergärten, Schulen, Sportvereinen. (Christiane Peitz, Der Tagesspiegel)


Als Agitationstück gegen Tugendterror oder politische Korrektheit taugt „Die Jagd“ aber nicht. Ein psychologisch geschulter Freund der Leiterin des Kindergartens soll Klara befragen. Er drängt das Mädchen nicht so sehr in eine Richtung, sondern will vor allem eine Antwort, die Klarheit bringt – zwei, drei Worte, die über das Schicksal eines Menschen entscheiden. Als Klara sie ausgesprochen hat, macht sich unter den Erwachsenen eine perverse Zufriedenheit breit. Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet!  ……..  So zeigt der Film die Mechanismen einer Gesellschaft, die keine Uneindeutigkeit ertragen kann, die nur schuldig oder unschuldig kennt, bei der man mitjagt – oder selbst zum Gejagten wird. (Hannah Pilarcyk, Der Spiegel)


Der Regisseur Thomas Vinterberg:


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Der 1969 geborene Thomas Vinterberg schließt 1993 in sehr jungen Jahren die‘ Danske Filmskole‘ ab. Sein erster Langspielfilm ist ‚Zwei Helden‘, ein Roadmovie, für den er von der dänischen Filmakademie ausgezeichnet wird. Der Film erlebt seine Premiere auf dem Filmfestival Mannheim-Heidelberg in Deutschland. Er schreibt das Drehbuch und führt Regie in dem ersten Dogma Film ‚Das Fest‘(1999), der Film sorgt international für Aufsehen, das Drehbuch wird für das Theater adaptiert und an verschiedenen Bühnen auch in Deutschland und Österreich aufgeführt. Das über das Filmschaffen hinausgehende Interesse ist typisch für ihn: So lässt er im Jahr 2010 sein von ihm selbst verfasstes Theaterstück ‚Das Begräbnis‘ aufführen. Musikvideos für ‚Blur‘ und ‚Metallica‘ passen in dieses Bild. Vinterberg besitzt auch eine eigene Filmproduktionsfirma.

Auszeichnungen:


– Darstellerpreis Mads Mikkelsen Cannes 2012
– Europäischer Filmpreis 2012 bestes Drehbuch
– Nominierung Oscar 2014 für besten fremdsprachigen Film

Filmografie:


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1996: Zwei Helden
1999: Das Fest
2001: D-Day (TV-Film mit Lars van Trier)
2003: It’s all about Love
2005: Dear Wendy
2007: Ein Mann kommt nach Hause
2010: Submarino
2012: Die Jagd

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