Prisoners

Prisoners

Mo, 16. — Fr, 20.03.2015 | 17:30 Uhr | City-Kino

USA 2013 
Regie: Denis Villeneuve, Drehbuch: Aaron Guzikowski, Kamera: Roger Deakins, Schnitt: Joel Cox, Gary Roach, Musik: Jóhann Jóhannsson
Darsteller: Hugh Jackman (Keller Dover), Jake Gyllenhaal (Inspector Loki), Maria Bello (Grace Dover), Terrence Howard (Franklin Birch), Melissa Leo (Holly Jones), Paul Franklin Dano (Alex Jones), Dylan Minnette (Ralph Dover), Violo Davis (Nancy Birch), 153 Min., OmdUT

Trailer:


Inhalt:


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In einer kleinen Stadt in Pennsylvania verschwinden an Thanksgiving zwei kleine Mädchen. Als alle Ermittlungen im Sande verlaufen und ein der Tat verdächtigter, aber geistig unterbemittelter Mann wieder auf freien Fuß kommt, nimmt einer der Väter die Sache selbst in die Hand. Ein fesselndes Duell zwischen dem verzweifelten Mann und dem kinderlosen Polizisten beginnt, der atemberaubende Wettlauf mit der Zeit um das Leben der Kinder wird zum Psychothriller.

Kritikerstimmen:


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„Regisseur Denis Villeneuve bebildert das Abgleiten in die Ungewissheit mit subtiler Metaphorik. Ohne je die Funktionsweisen der Genremaschinerien „Psychothriller“ und „Melodram“ anzutasten, setzt er feine inszenatorische Akzente. Dem Schmerz der Opferfamilien räumt er viel Raum ein, und die mit jedem Tag der Entführung anwachsende Verlustangst, die quälerisch sich ausbreitende Unsicherheit vibriert in regennassen und herbstgrauen Ansichten eines in Waldeseinsamkeit verlorenen Pennsylvania. Die Naturidylle wird zur Schreckenskulisse. […]
So wurde „Prisoners“ zu einem packenden und visuell beeindruckenden und furchtlosen Film über die Angst, der Hollywood-Talent mit einem ausdrucksstarken, europäisch geprägten Filmemacher zusammenbrachte. Hugh Jackman, erzählt Villeneuve, habe ihm gesagt, das Publikum müsse sich amüsieren, es müsse lachen können, wenn es ins Kino ginge. „Ich glaube aber, dass es auch eine kathartische Wirkung haben kann, wenn man sich im Dunkel des Kinosaals seinen größten Ängsten stellen muss.“ Wie schon in seinen vergangenen vier Filmen ging es dem Regisseur auch mit „Prisoners“ vor allem darum, Gefühle auszuloten, über die man „auch als Erwachsener in bestimmten Situationen keine Kontrolle mehr hat. Ich finde das erschreckend.“    (Andreas Bocholte, Der Spiegel)


Wie weit darf Selbstjustiz gehen? Wie übermächtig darf Elternliebe sein? Und gebiert Verzweiflung in jedem Fall Monster? Es sind große ethische und moralische Fragen, an die Villeneuves erste Hollywood-Produktion rührt. Auf der Grundlage des Drehbuchs von Aaron Guzikowksi breitet der Film sie weit aus. Denn dadurch, dass zwei Mädchen zugleich verschwinden, erfährt der Film eine Verdoppelung wie auch eine Spiegelung. Die Wiederholung findet sich aber auch auf der Täterseite, sowie in der Verbindung von Gegenwart und Vergangenheit.   (Irene Genhart, Filmdienst)

Der Regisseur Denis Villeneuve:


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Denis Villeneuve (geboren am 3. Oktober 1967 in Quebec) ist ein kanadischer Regisseur und Drehbuchautor, eine feste Größe im kanadischen Arthouse – Kino. Er ist Absolvent der Kunst Universität Montreal. Einigermaßen ungewöhnlich ist seine erste Arbeit nach dem Filmstudium: Als Assistent begleitet er den Dokumentarfilmer Pierre Perrault bei einem Filmdreh am Nordpol. Musikvideos und Kurzfilme folgen, 1998 gibt er mit dem auch bei der österreichischen Viennale gezeigten Spielfilm ‚Der 32.August auf Erden‘ sein Spielfilmdebut. Der Film sorgt international in Cineastenkreisen für Aufsehen und wird als Kanadas Beitrag in das Oscar Rennen geschickt, erhält jedoch keine Nominierung. Ebenso wie der im Jahr 2000 gedrehte Film ‚Maelström‘, mit dem der Regisseur nun endgültig den internationalen Durchbruch schafft. Das auch stilistisch und formal außergewöhnliche Drama gewinnt zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Das 2009 gedrehte ‚Polytechnique‘ thematisiert das Studentenmassaker von Montreal im Jahr 1989. Das intensive, im Nahen Osten angesiedelte Familiendrama ‚Die Frau, die singt‘ (französicher Originaltitel ‚Incendies‘), das 2011 jetzt auch tatsächlich für den Oscar in der Kategorie ‚bester fremdsprachiger Film‘ nominiert wird, gilt als bisheriger Höhepunkt im Schaffen des Kanadiers. Der Film besticht auf allen Ebenen und macht den Regisseur verdientermaßen endlich auch einem breiteren Publikum bekannt.

Filmografie:


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1998 :  Der 32. August auf Erden  ( Un 32 aout sur terre)
2000 :  Maelström
2009 :  Polytechnique
2011 :  Die Frau, die singt  ( Incendies)
2013 :  Rrisoners
2014 :  Enemy

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